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Allgemeines
Alle
angeführten Werte sind Extremtemperaturen, die von ausgepflanzten,
abgehärteten, ausgewachsenen Pflanzen kurzzeitig vertragen werden.
Topfpflanzen, Jungpflanzen und Pflanzen, die erst wenige Jahre ausgepflanzt
sind, sind also frostempfindlicher als Großpflanzen, die schon mehrere Jahre
im Freien wachsen.
Wenn eine Pflanze beispielsweise mit -20°C angegeben ist, dann verträgt sie
diese -20°C zwar kurzfristig als nächtliche Tiefsttemperatur, jedoch kann es
trotzdem bei langen Dauerfrostperioden bzw. bei einem mehrmaligen Auftreten
dieser Extremtemperaturen trotzdem zu Schäden kommen. Außerdem ist zu
berücksichtigen, dass Pflanzen Lebewesen sind und als solche unterliegen sie
ebenso natürlichen Schwankungen bzw. genetischen Unterschieden. Das
bedeutet, dass einerseits nicht nur die absolute Tiefsttemperatur
entscheidend für das Überleben einer Pflanze ist, sondern diese zusammen mit
einer ganzen Reihe anderer Faktoren (Erde, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag,
Hitze bzw. Dürre im Sommer, ...) zusammenwirkt. Daher ist es auch nicht
weiter verwunderlich, dass zwei scheinbar identische Pflanzen komplett
unterschiedliche Resultate liefern können. Eine toleriert vielleicht sogar
noch tiefere Temperaturen als hier angegeben, die andere kann sogar bei
etwas höheren Temperaturen eingehen.
Dennoch geben wir hier eine ungefähre Frosthärte gemäß unseren eigenen
Erfahrungen für Deutschland an, damit Sie einen Anhaltspunkt zur ungefähren
Frosttoleranz dieser Pflanzen haben. Es kann jedoch keinesfalls von uns
garantiert werden, dass eine bestimmte Pflanze auch tatsächlich die hier
angeführten Temperaturen überlebt bzw. schadlos übersteht. Zu viele externe
Faktoren und das Geschick des jeweiligen Exotengärtners spielen hier eine
entscheidende Rolle. Das Auspflanzen von bedingt winterharten Pflanzen ist
also ein gewisses Risiko, welches aber meist durch tolle Anblicke
entschädigt.
Und wenn Sie einmal vom "Exotenfieber" gepackt werden, dann lässt Sie dieses
wunderbare Hobby wahrscheinlich nicht so schnell mehr los.
Standort
Im allgemeinen sollte ein Auspflanzstandort
einer Palme folgendes erfüllen:
Es
sollte möglichst ein geschützter Standort in Hausnähe sein, denn dort ist es
immer einige Grade wärmer da das Haus bekanntlich Wärme abstrahlt. Optimal
wäre noch wenn die Palme unter einem Vordach steht, so hat sie es im Winter
nicht zu feucht und es tritt keine Wurzelfäule ein. Wurzelfäule entsteht,
wenn die Wurzeln nicht mehr Atmen können, also wenn der Sauerstoffzugang
gesperrt und das CO2 nicht mehr an die Atmosphäre abgegeben werden kann weil
die Wurzeln unter Wasser stehen. Wenn die Palme im Winter nicht vor Regen
geschützt wird sollte der Boden aber sehr gut drainiert sein, damit das
Wasser gut abfliessen kann. Sehr positiv hat sich auch eine Lage an einem
leicht abfallenden , gegen Süden oder Westen exponiertes Gelände erwiesen,
denn dort fliesst das Wasser sehr gut ab(auch wenn der Boden schlecht
drainiert ist), sie gegen Norden und Osten geschützt und die Kaltluft kann
gut abfliessen. Am tiefsten Punkt eines Gelände bilden sich nämlich in
klaren Winternächten sehr gerne Kaltluftseen wo es manchmal bis 8°C kälter
ist als auf einem höheren Punkt. Der Standort sollte auch von Norden und
Osten gegen kalte Winde geschütz sein, z. B. durch eine Hauswand, eine Mauer
oder eine Hecke. Bei Palmen die für ihr Wachstum viel Wärme benötigen(z.B.
Nannorrhops, Sabal, Phoenix, Brahea...) ist auch ein dunkler,
wärmespeichernder Untergrund von Vorteil wie Beton, Kies usw...
Hier nochmal alles zusammengefasst:
-Standort in Hausnähe
-möglichst regengeschützt
-gut drainierter Boden
-gegen Süden oder Westen exponierte Hanglage
-Standort von Norden und Osten vor Wind geschütz
-dunkler, wärmespeichernder Untergrund für wärmeliebende Palmen
Die
Auspflanzung
Wählen
sie zum Auspflanzen nur Palmen mit einem sehr gut durchwurzelten Ballen.
Wenn sie aber noch ganz klein sind ist ein kleiner Wurzelballen nicht sehr
schlimm, denn die Wurzeln wachsen dann schneller in die Tiefe.
Die Pflanzung sollte am besten irgenwann zwischen März und Mai stattfinden,
denn dann steht der Palme noch eine ganze Vegetationsperiode bevor in der
sie sich gut an dem neuen Standort etabilieren und gewöhnen kann.
Sobald sie entschlossen haben an welchem Standort die Palme gedeihen soll,
fangen sie an ein Loch zu graben welches doppelt so gross sein soll wie der
Wurzelballen der Palme. Nachdem füllt man das Loch einmal gut mit Wasser,
sodass es wirklich völlig durchfeuchtet ist. Dann sollte man eine
Drainageschicht aus Sand und Kies anfertigen, damit das Wasser bei starkem
Regen gut abläuft und keine Wurzelfäule auftritt. In die Drainageschicht
kann auch noch Dünger wie Mist oder Hornspähne eingearbeitet werden. Jetzt
kann man die Palme in das Loch befördern, zugraben und fertig! Die Palme hat
jetzt die besten Chancen ihren ersten Winter zu überstehen.
Pflege
der Palmen
Giessen
Nach einer Pflanzung sollte die Palme sehr gut angegossen werden
damit sie keine Probleme beim Anwachsen hat. Auch danach sind vorallem von
Juni bis August Wassergaben sehr wichtig. In den andern Monaten kann darauf
verzichtet werden, da der Boden sowieso genügen Feuchtigkeit vom Regen
enthält, und auch die Palmen wegen den niederigen Temperaturen nicht schnell
wachsen. Ausserdem ist im Winter ein trockener Standort von Vorteil. Nach
etwa 3 Jahren hat die Palme aber ein so grosses Wurzelsystem gebildet, dass
man auf Wässern verzichten kann.
Düngen
Sofern genügen Dünger beim Pflanzen in den Boden eingearbeitet
worde ist und es sich nicht um einen enorm nährstoffarmen Boden handelt muss
nicht zwingend gedüngt werden. Bei sehr nährstoffarmen Böden sollte im
Herbst eine Ladung Mist in den Boden eingearbeitet werden. Je weniger
gedüngt wird, desto ausgereifter geht die Palme in den Winter und ist
wiederstandsfähiger.
Sonstige Pflege
Palmen wachsen relativ speziell, sie haben nur ein
Wachstumsknoten(ausser Hyphaena), das Palmenherz. Die Fächer oder Wedel
schieben sich also immer von dort hinauf, und die untersten werden braun und
sterben ab. Bei einigen Palmen fallen sie dann von alleine ab, bei den
meisten winterharten Palmen haften sie jedoch noch jahrelang am Stamm was
als unschön empfunden werden kann. Diese Wedel oder Fächer sollten jedes
Frühjahr mit einer Gartenschere oder auch mit einer Säge empfernt werden.
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